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Top 10 Burgen und Festungen in Griechenland

Griechenland besitzt eine der dichtesten Festungslandschaften Europas, weil die Halbinsel und ihre zahllosen Inseln eine außerordentlich komplexe Verteidigungsgeographie schufen. Byzantinische Kaiser, fränkische Kreuzfahrer, venezianische Handelsrepubliken, der Johanniterorden und das Osmanische Reich hinterließen übereinandergeschichtete Festungsarchitektur, die bis heute in der Landschaft lesbar ist. Alle Standorte sind auf der Karte verzeichnet.

1. Methoni, Peloponnes

Methoni auf dem äußersten Zipfel der Messenischen Halbinsel ist die großartigste venezianische Festungsanlage Griechenlands. Venedig besaß Methoni fast 300 Jahre lang (1206–1500) als wichtigsten Zwischenhafen auf dem Weg nach Konstantinopel und ins Heilige Land — zeitgenössische Quellen nennen es das Auge der Republik. Die Festung liegt auf einer kleinen Halbinsel, die durch einen tiefen Graben vom Land getrennt ist; die venezianischen Bastionen, Barbakane und Tortürme sind weitgehend vollständig erhalten. Das Bourtzi-Türmchen auf einem Felskegel im Meer vor der Hafenmauer ist das meistfotografierte Motiv. 1500 fiel Methoni nach kurzer Belagerung an das osmanische Heer Bayezids II. Nächster Ort ist Methoni-Dorf; Pylos liegt 12 Kilometer entfernt und ist per Bus von Kalamata (90 Kilometer, internationaler Flughafen) erreichbar.

2. Monemvasia, Lakonien

Monemvasia ist eine mittelalterliche Stadtfestung auf einem abgerundeten Felsblock von etwa 300 Metern Höhe und 1,8 Kilometern Länge, der durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist — der Name bedeutet auf Griechisch wörtlich Einziger Eingang. Die untere Stadt mit ihren gewölbten Gassen, byzantinischen Kirchen (darunter die Hagia Sofia auf dem Plateau) und venezianischen Häusern ist noch immer bewohnt; die obere Stadt auf dem Felsplateau ist Ruine.

Die Festung wechselte über die Jahrhunderte zwischen Byzanz, fränkischen Kreuzfahrern, dem Papsttum, Venedig und dem Osmanischen Reich. Im 13. Jahrhundert war sie der letzte byzantinische Stützpunkt auf dem Peloponnes; 1821 war sie eine der ersten Festungen, die sich im griechischen Unabhängigkeitskrieg ergab. Heute übernachtet man in restaurierten Häusern inmitten der mittelalterlichen Stadtstruktur — eines der außergewöhnlichsten Reiseerlebnisse Griechenlands. Die Felsstadt ist nur für Fußgänger zugänglich; Fahrzeuge parken auf dem Festland vor dem Damm. Nächste größere Stadt ist Sparta (90 Kilometer).

3. Mittelalterliche Altstadt von Rhodos

Die Altstadt von Rhodos ist die vollständigste erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung des östlichen Mittelmeers. Der Johanniterorden, der die Stadt nach 1309 als Hauptquartier ausbaute, schuf zwischen 1309 und 1522 die stärkste Festungsanlage der Ägäis: vier Kilometer Mauern, acht Bastionen und einen Befestigungsgraben von bis zu 30 Metern Tiefe. Die Straße der Ritter (Odos Ippoton) mit den steinernen Herbergen der verschiedenen Nationszungen — Frankreich, Provence, England, Deutschland, Auvergne, Aragón, Italien — ist einzigartig erhalten und eines der vollständigsten mittelalterlichen Straßenensembles Europas.

1522 zwang Suleiman der Prächtige nach einer sechsmonatigen Belagerung den Orden zum Abzug auf Malta. Das Großmeisterpalais, im 19. Jahrhundert vom italienischen Kolonialstaat restauriert und stark überformt, enthält heute ein Museum. UNESCO-Welterbe seit 1988. Rhodos-Stadt hat einen internationalen Flughafen (ca. 14 Kilometer von der Altstadt), Direktflüge aus ganz Europa, Fähren nach Athen (16 Stunden), Kos, Heraklion und türkischen Häfen.

4. Palamidi-Festung, Nafplio

Palamidi auf dem 216 Meter hohen Felssporn über Nafplio ist eine der bedeutendsten venezianischen Festungen Griechenlands. Erbaut in nur drei Jahren (1711–1714) als Reaktion auf den osmanischen Wiederangriff auf die venezianische Morea, wurde sie keine drei Jahre nach Fertigstellung von den Osmanen eingenommen — ein bitteres Paradox. Im griechischen Unabhängigkeitskrieg wurde sie im November 1822 nach langer Belagerung durch griechische Aufständische erstürmt und war danach die erste Hauptstadt des neugriechischen Staates.

Die Festung besteht aus acht weitgehend selbstständigen Bastionen, die jeweils für ein eigenständiges Verteidigungskompartiment ausgelegt sind. 999 Stufen führen von der Altstadt Nafplios hinauf — tatsächlich sind es etwas weniger, aber die Zahl ist historisch überliefert; alternativ gibt es eine Straße für Fahrzeuge. Nafplio selbst, mit venezianischer Altstadt und dem kleinen Hafen-Bourtzi, ist der ideale Stützpunkt für den östlichen Peloponnes. Nächster Flughafen ist Athen (ca. 145 Kilometer, KTEL-Bus direkt ab Nafplio).

5. Mystra, Peloponnes

Mystra war die letzte byzantinische Hauptstadt vor dem Fall Konstantinopels — die letzten Despoten des byzantinischen Teilreichs Morea regierten von hier aus, während Konstantinopel 1453 an die Osmanen fiel. Die vollständige Ruinenanlage auf einem Bergsporn des Taygetos-Gebirges in 300–620 Metern Höhe umfasst Palastanlage, Klöster und Kirchen sowie die Festung auf dem Gipfel, die ursprünglich von Guillaume de Villehardouin (fränkischer Fürst von Achaia) um 1249 errichtet wurde.

Die Fresken in den Kirchen, vor allem in der Pantanassa-Klosterkirche und der Metropolis, gehören zu den letzten Höchstleistungen byzantinischer Wandmalerei des 14. und frühen 15. Jahrhunderts. Der neuplatonische Philosoph Georgios Gemistos Plethon lehrte hier — seine Ideen beeinflussten die florentinische Renaissance. UNESCO-Welterbe. Die Stätte liegt 5 Kilometer westlich von Sparta; mit Taxi oder eigenem Fahrzeug erreichbar, kein direkter KTEL-Bus. Eintritt ca. 6–10 Euro.

6. Festung Bourtzi, Nafplio

Das Bourtzi-Türmchen im Hafen von Nafplio — ein kleines Iselfärtchen auf einem Riff in der Bucht — ist venezianisch und wurde im frühen 15. Jahrhundert errichtet, um den Hafeneingang zu kontrollieren. Wie das Bourtzi in Methoni zeigt es die venezianische Marinestrategie, Häfen durch vorgelagerte Iselfestungen zu sichern, die ein eigenes Geschützfeld über den Einfahrtskanal beherrschen konnten.

Das Bourtzi hat eine wechselvolle Nachgeschichte: Es diente als Wohnhaus des Scharfrichters, später als Luxushotel. Heute ist es mit dem Boot vom Hafen Nafplios erreichbar (ca. 5–10 Minuten, Bootsverbindung in der Saison von April bis Oktober); der Anblick vom Quai bei Sonnenuntergang ist klassisch für den östlichen Peloponnes.

7. Akrokorinth, Korinth

Der Akrokorinth — die Akropolis von Korinth auf einem 575 Meter hohen isolierten Felsplateau über der korinthischen Tiefebene — ist eine der größten mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Griechenland nach Umfang der Maueranlage. Jede Macht, die den Isthmos von Korinth kontrollieren wollte, musste den Akrokorinth halten; er ist der strategische Schlüssel zur Peloponnes. Griechen, Römer, Byzantiner, fränkische Kreuzritter (nach 1204), Venezianer und Osmanen bauten alle dort; die drei hintereinandergeschalteten Tortürme der Haupteingangspforte dokumentieren deutlich diese verschiedenen Bauphasen.

Die Festung ist frei zugänglich und in gutem Zustand; der Aufstieg von der antiken Unterstadt dauert ca. 30 Minuten zu Fuß. Von oben reicht der Blick bei guter Sicht zum Saronischen Golf und zum Golf von Korinth gleichzeitig. Das moderne Korinth und der Bahnhof liegen ca. 5 Kilometer entfernt; Athen ist ca. 80 Kilometer.

8. Kastell von Platamon, Thessalien

Das Kastell von Platamon, an der Küste Thessaliens zwischen dem Olymp und dem Thermäischen Golf, ist eine der am besten erhaltenen fränkischen Burgen Griechenlands. Die Kreuzfahrer erbauten sie im frühen 13. Jahrhundert nach dem vierten Kreuzzug (1204) an einer strategisch entscheidenden Engstelle, wo die Küstenstraße von Thessalien nach Makedonien durch einen schmalen Pass zwischen Gebirge und Meer gezwungen wurde. Der runde Hauptturm mit seinem viereckigen Unterbau ist ein Charakteristikum der fränkischen Burgarchitektur in Griechenland.

Die Anlage ist gut erhalten; die byzantinischen und osmanischen Umbauten sind neben den fränkischen Ursprungsstrukturen noch erkennbar. Der Ort liegt direkt an der Bahnlinie Athen–Thessaloniki (Bahnhof Platamon) und an der Nationalstraße E75; Thessaloniki ist ca. 90 Kilometer entfernt. Der Strand von Platamon unmittelbar unterhalb der Burg ist ein populäres Ferienziel.

9. Chlemoutsi, Elis

Chlemoutsi (Clermont) auf dem Nordwestsporn des Peloponnes bei Kyllini ist die vollständigste erhaltene fränkische Burg Griechenlands und eine der best erhaltenen fränkischen Burgen in ganz Südosteuropa. Sie wurde zwischen 1220 und 1223 von Geoffrey I. de Villehardouin gebaut, dem zweiten fränkischen Fürsten von Achaia, aus Mitteln der Kirche, die er eingezogen hatte — was ihm einen Bannstrahl eintrug. Der ungewöhnliche hexagonale Innenhof mit seinen gut erhaltenen Hofgebäuden ist in dieser Intaktheit selten.

Die Burg thront auf einer Bergkuppe mit freiem Blick über das Ionische Meer bis zur Insel Zakynthos und, bei gutem Wetter, bis zur Küste Italiens. Von hier aus kontrollierte Achaia den Seehandel zwischen dem Ionischen Meer und dem Golf von Patras. Nächste Stadt ist Kyllini (ca. 6 Kilometer, Fähren nach Zakynthos und Kefalonia); der Flughafen Patras (Araxos) liegt ca. 50 Kilometer entfernt.

10. Festung Kavala, Kavala

Kavala in Ostmakedonien-Thrakien besitzt eine gut erhaltene byzantinisch- osmanische Festungsanlage auf einem Kap über dem Stadt. Die Stadtmauern und der Turm der byzantinischen Periode wurden von den Osmanen nach der Übernahme im 15. Jahrhundert ausgebaut und verstärkt. Das osmanische Imaret (eine Wohlfahrtsanlage aus dem frühen 16. Jahrhundert, gestiftet von Ibrahim Pasha) ist eines der vollständigsten erhaltenen osmanischen Bauwerke in Griechenland außerhalb von Thessaloniki. Mehemet Ali, der spätere Vizekönig von Ägypten und Begründer der Khedivaldynastie, wurde in Kavala geboren (1769); sein Geburtshaus ist als Museum zugänglich.

Kavala ist Fährziel von Athen (Piräus, ca. 14 Stunden) und hat einen regionalen Flughafen (Flughafen Alexander der Große) mit Verbindungen nach Athen. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Thassos (Fähre ca. 35 Minuten) und für die thrakischen Stätten Philippi und Abdiera.

Planungshinweise für Griechenland

Methoni und Monemvasia liegen auf dem Peloponnes, der per Brücke von Rio- Antirrio oder per Fähre von Patras erreichbar ist; ein Mietwagen ist wegen der dürftigen Busverbindungen auf dem Peloponnes sinnvoll. Rhodos hat einen internationalen Flughafen mit Direktverbindungen aus ganz Europa von Mai bis Oktober. Mystra liegt nahe Sparta; Nafplio ist der ideale Stützpunkt für Palamidi, Bourtzi und Mystra zusammen. Alle griechischen Festungen auf der Karte öffnen. Die Karte zeigt die venezianische Küstenkette und die fränkischen Binnenanlagen als distinkte Muster.