Top 10 Burgen und Schlösser in Dänemark
Die dänische Schlosslandschaft verbindet nordische Herrschaft mit niederdeutschem und niederländischem Einfluss: Viele der bedeutendsten Anlagen entstanden in der dänischen Großmachtperiode des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, als Dänemark-Norwegen zu den einflussreichsten Staaten Nordeuropas gehörte und den Öresund-Zoll als Haupteinnahmequelle nutzte. Das Geld floss in außerordentliche Schlossbauten — Bauten, die bis heute die charakteristischen Silhouetten dänischer Küstenlinien und Seeufer prägen. Diese zehn Anlagen decken das gesamte Spektrum ab, von der UNESCO-Welterbe-Festung über Renaissancepaläste bis zur romantischen Burgruine.
1. Kronborg, Helsingør
Kronborg am nördlichsten Punkt Seelands ist das bekannteste Schloss Dänemarks und durch Shakespeares Hamlet weltberühmt — obwohl der Dramatiker wahrscheinlich nie persönlich dort war. Die früheste bekannte Bühnenanweisung des Stücks, in der Kronborg/Elsinore genannt wird, datiert auf 1603. Die Festungsanlage auf der Halbinsel von Helsingør wurde unter König Friedrich II. zwischen 1574 und 1585 von dem flämischen Architekten Anthonis Opbergen in holländischer Renaissanceform errichtet. Der schmale Öresund an dieser Stelle — rund vier Kilometer breit — ließ kein Schiff vorbei, ohne Zoll zu zahlen; der Sundtoll war jahrzehntelang die wichtigste Einnahmequelle der dänischen Krone. Das Schloss brannte 1629 nieder und wurde anschließend unter Friedrich III. umgebaut; die heutige Gestalt ist die nach dem Brand wiederhergestellte. Besonderes Merkmal ist der große Saal, mit 62 Metern Länge einer der längsten in Nordeuropa, sowie das weitläufige Kasemattsystem unter der Bastion, in dem der legendäre Holger Danske der Überlieferung nach schläft. UNESCO-Welterbe seit 2000. Helsingør liegt 45 Minuten mit dem Regionalzug von Kopenhagen entfernt.
2. Schloss Frederiksborg, Hillerød
Frederiksborg ist die größte Renaissanceanlage Skandinaviens: König Christian IV. ließ es zwischen 1600 und 1620 auf drei Inseln im Hillerødsee bauen, auf dem Fundament eines älteren Schlosses seines Vaters Friedrich II. Die Architektur ist eine Synthese aus niederländischen und deutschen Renaissanceformen — Sandsteinportale, Kupferdächer und dekorierte Giebel spiegeln sich im Seewasser. Die Anlage ist über mehrere Brücken zwischen den Inseln erschlossen: die äußere Insel mit dem Torhaus, die mittlere mit Wirtschaftsgebäuden, die innere mit der Schlosskirche. Das Nationalhistorische Museum im Schloss zeigt die Geschichte Dänemarks von der Reformation bis ins 20. Jahrhundert anhand von Porträts, Möbeln und Kunstobjekten; Frederiksborg ist damit Dänemarks nationaler Erinnerungsort. Hillerød ist rund 35 Minuten mit dem S-Tog von Kopenhagen erreichbar.
3. Egeskov Slot, Fünen
Egeskov auf Fünen ist das am besten erhaltene Renaissancewasserschloss Nordeuropas. Der Name leitet sich von dem Eichenwald ab, dessen Pfähle in den Seegrund gerammt wurden, um das Fundament zu tragen — eine Bautechnik, die für Festungsbauten dieser Epoche charakteristisch war. Das Schloss wurde 1554 für Frands Brockenhuus errichtet; die typische Doppelmauerkonstruktion mit einem dazwischenliegenden Korridor, der bei Bedarf geflutet werden konnte, gehörte zu den fortschrittlichsten Verteidigungsarchitekturen ihrer Zeit in Nordeuropa. Der rote Backsteinbau mit seinen charakteristischen Zwillingstürmen spiegelt sich im breiten Wassergraben. Die weitläufigen Gartenanlagen auf dem Schlossgelände — darunter Barock-, Renaissance- und englische Landschaftsgärten — sowie ein Oldtimer-Museum und Baumkronenpfade in den umliegenden Wäldern machen Egeskov zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Dänemarks. Das Schloss liegt nahe Kværndrup südlich von Odense; mit dem Zug nach Kværndrup und anschließendem Radweg oder Taxi gut erreichbar.
4. Amalienborg, Kopenhagen
Amalienborg ist die Hauptresidenz der dänischen Königsfamilie und ein Ensemble von vier identischen Rokoko-Palais um einen achteckigen Innenhof im Kopenhagener Stadtviertel Frederiksstaden. Erbaut in den 1750er-Jahren ursprünglich für Adelsfamilien nach Plänen des Architekten Nicolai Eigtved, übernahm das Königshaus die Gebäude nach dem Brand von Christiansborg 1794. Die bronzene Reiterstatue König Frederiks V. in der Mitte des Platzes ist ein Hauptwerk des Bildhauers J. F. J. Saly. Der tägliche Wachablösezeremoniell zieht täglich Besucher an; ein Teil der Palais beherbergt heute das Amalienborg-Museum mit Einblicken in königliche Wohnräume vom 18. bis 20. Jahrhundert. Die Lage direkt an der Marmorkirche und am Hafen macht Amalienborg zu einem der meistbesuchten Punkte der dänischen Hauptstadt.
5. Christiansborg, Kopenhagen
Christiansborg ist der politische Mittelpunkt Dänemarks: Auf ihm sitzen heute das Folketing (Parlament), der Königliche Empfangsbereich und der Oberste Gerichtshof — ein einzigartiges Arrangement auf einem einzigen Gebäudekomplex. Unter dem heutigen Barockbau, der in seiner jetzigen Form aus den Jahren 1907 bis 1928 stammt, liegen die Ruinen von Bischof Absalons mittelalterlicher Burg aus dem 12. Jahrhundert sowie des anschließenden Renaissanceschlosses, die archäologisch zugänglich sind und besichtigt werden können. Das Schloss brannte zweimal nieder — 1794 und 1884 — bevor der heutige Bau fertiggestellt wurde. Der Turm von Christiansborg, mit 106 Metern Höhe das höchste Schlossgebäude Dänemarks, bietet einen kostenlosen Panoramablick über Kopenhagen. Die Anlage liegt auf der Insel Slotsholmen im Zentrum der Stadt, fußläufig von Strøget erreichbar.
6. Rosenborg, Kopenhagen
Rosenborg in Kopenhagen ist ein elegantes Renaissanceschloss, das König Christian IV. ab 1606 als Sommerresidenz und Lustgarten bauen ließ. Die äußere Form — schlanke Türme, sandsteindekorierte Fassaden in rotem Backstein — ist charakteristisch für den Stil, der durch Christian IV. in der dänischen Architektur prägend wurde. Heute ist es Schatzkammer des dänischen Königshauses: Hier werden die dänischen Kronjuwelen, Throninsignien — darunter die Kronen von Christian IV. und der Absolut-Saphirthron — und historische Objekte der Linie aufbewahrt. Die Staatsräume zeigen Inneneinrichtungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert weitgehend im Originalzustand. Der Kongens Have (Königsgarten) um das Schloss ist der älteste Barockgarten Dänemarks, angelegt ab 1606, und der meistbesuchte Park Kopenhagens — im Sommer täglich mit Open-Air-Konzerten und Picknickbesuchern belebt.
7. Koldinghus, Kolding
Koldinghus in Kolding an der Grenze zwischen Fünen und Jütland ist die Ruine eines mittelalterlichen Königsschlosses, das im frühen 13. Jahrhundert als Grenzfestung an der alten deutschen Grenze gebaut wurde. Es diente als Residenz mehrerer dänischer Könige, darunter Christian I. und Christian III. Ein verheerendes Feuer im Jahr 1808 — als spanische Soldaten in den Napoleonischen Kriegen hier einquartiert waren und ihr Lagerfeuer zur Heizung außer Kontrolle geriet — zerstörte große Teile des Schlosses. Die Ruinen wurden bewusst als romantische Ruine konserviert, bevor im 20. Jahrhundert eine Teilrestaurierung das Mittelalterturm zugänglich machte; das Ergebnis verbindet authentische Ruinenpartien mit modernen Einbauten, die das Innere als Museum nutzbar machen. Kolding liegt direkt an der Bahnstrecke zwischen Kopenhagen und Esbjerg, circa zwei Stunden von der Hauptstadt entfernt.
8. Spøttrup, Skive
Spøttrup in der Nähe von Skive in Jütland ist das am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Herrenhaus Dänemarks: Die im frühen 16. Jahrhundert, um 1500–1516, für den Bischof von Viborg errichtete Anlage mit Ringmauer, doppeltem Wassergraben und großteils erhaltenen ursprünglichen Interieurbeständen wurde nie wesentlich umgebaut oder modernisiert. Diese fehlende „Verbesserungsphase" macht Spøttrup zu einem ungewöhnlich reinen Beispiel der spätmittelalterlichen dänischen Wasserburgarchitektur. Der nach mittelalterlichem Vorbild rekonstruierte Kräutergarten auf dem Gelände verdeutlicht die wirtschaftliche Selbstversorgung solcher Herrenhäuser. Spøttrup liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Skive, mit dem Bus oder Auto erreichbar.
9. Voergaard, Nordjütland
Voergaard in Nordjütland, nahe der Kleinstadt Aså an der Ostküste Jütlands gelegen, ist ein Renaissanceschloss aus dem frühen 16. Jahrhundert mit einer bemerkenswert reichhaltigen Kunstsammlung, die Werke umfasst, die Raffael und Rubens zugeschrieben werden. Das vierflügelige Schloss mit Türmen wurde in mehreren Bauphasen im 16. Jahrhundert vollendet und blieb lange im Privatbesitz. Das Schloss und seine Sammlungen sind an bestimmten Tagen für Führungen zugänglich; die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Nordjütland ist mit dem Zug über Aalborg — rund drei Stunden von Kopenhagen — gut erreichbar.
10. Dragsholm, Seeland
Dragsholm in Westnordseeland, nahe Hørve am Isefjord, ist eines der ältesten Schlösser Dänemarks und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins frühe 13. Jahrhundert reicht, als es als bischöfliches Gefängnis diente. Der schottische Earl of Bothwell, dritter Ehemann von Maria Stuart, starb hier 1578 nach jahrelanger Haft. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert in seinen heutigen barocken Stil umgebaut und ist heute ein exklusives Hotel mit Restaurant — eines der wenigen Schlösser Dänemarks, in dem Übernachtungen für die Öffentlichkeit möglich sind. Die Umgebung, mit dem Lammefjord und den Westnordseelander Buchten, ist besonders im Herbst landschaftlich reizvoll.
Planungshinweise für Dänemark
Kronborg, Frederiksborg, Rosenborg und Amalienborg sind alle mit dem Zug oder S-Tog von Kopenhagen gut erreichbar; Helsingør liegt 45 Minuten, Hillerød 35 Minuten entfernt. Egeskov auf Fünen liegt nahe Kværndrup südlich von Odense. Koldinghus ist direkt am Bahnhof Kolding. Für Spøttrup und Voergaard in Nordjütland empfiehlt sich ein Mietwagen. Dragsholm bietet die Möglichkeit, in einem historischen Schloss zu übernachten. Die beste Reisezeit für dänische Schlösser sind die Sommermonate Mai bis August, wenn alle Anlagen geöffnet und die Gärten in voller Pracht sind; Herbst und Frühling sind ebenfalls geeignet. Alle Anlagen auf der Karte öffnen.