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Top 10 Burgen und Schlösser in Österreich

Österreich gehört zu den burgenreichsten Ländern Europas. Wer durch die Alpen fährt oder entlang der Donau wandert, begegnet auf Schritt und Tritt mächtigen Felsburgen, stolzen Residenzschlössern und verwunschenen Ruinen. Diese Vielfalt spiegelt über tausend Jahre Geschichte wider — von der hochmittelalterlichen Verteidigungsarchitektur bis zu den barocken Prachtbauten der Habsburger. Die folgende Liste vereint zehn Anlagen, die sich durch historische Bedeutung, architektonische Besonderheiten und Erlebnisqualität von allen anderen abheben.

1. Festung Hohensalzburg (Salzburg)

Kaum eine Burg in ganz Mitteleuropa kann auf eine so vollständig erhaltene Substanz verweisen wie Hohensalzburg. Erzbischof Gebhard ließ sie im Jahr 1077 errichten, mitten in den Auseinandersetzungen des Investiturstreits zwischen Papst und Kaiser. Seither thront die Anlage auf einem Felsvorsprung rund 120 Meter über der Salzach und gilt heute als die größte vollständig erhaltene mittelalterliche Burg im deutschsprachigen Raum.

Besonders sehenswert sind die um 1500 fertiggestellten Repräsentationsräume: die Goldene Stube und der Goldener Saal mit ihren kunstvoll geschnitzten Holzdecken und emaillierten Kachelöfen. Bequem erreichbar ist die Festung per Standseilbahn vom Kapitelplatz aus; ein gut ausgebauter Fußweg führt ebenfalls hinauf. Der Eintritt beträgt je nach Ticket etwa 13 bis 16 Euro für Erwachsene, die Anlage ist ganzjährig geöffnet. Gemeinsam mit der Salzburger Altstadt zählt Hohensalzburg zum UNESCO-Welterbe.

2. Burg Hohenwerfen (Salzburger Land, Werfen)

Wer auf der Tauernautobahn A10 südlich von Salzburg durch das Salzachtal fährt, kann gar nicht an ihr vorbeiblicken: Burg Hohenwerfen sitzt auf einem Felsvorsprung 155 Meter über dem Talgrund, eine kompromisslose Silhouette gegen die Felswände der Tennengebirgsausläufer. Erzbischof Gebhard ließ sie bereits 1075 errichten — noch zwei Jahre vor Hohensalzburg — und schuf damit eine der ältesten Burganlangen des Landes.

Im Dreißigjährigen Krieg diente Hohenwerfen als Staatsgefängnis, überstand jedoch alle Belagerungsversuche unbeschädigt. Heute ist die Burg vor allem für ihre Greifvogelschau bekannt: Die "Welt der Adler" bietet eindrucksvolle Flugvorführungen mit Falken, Adlern und Geiern. Die Saison läuft von April bis November; die Anlage liegt gut sichtbar von der Autobahn und ist mit dem Auto über Werfen leicht zu erreichen.

3. Schloss Schönbrunn (Wien)

Mit 1.441 Räumen ist Schönbrunn die bedeutendste Kaiserresidenz Österreichs und eine der prächtigsten Barockschlossanlagen Europas. Den Grundstein zur heutigen Anlage legte Kaiser Leopold I. ab 1695; unter Maria Theresia nahm das Schloss zwischen 1743 und 1749 seine endgültige barocke Gestalt an. Auf dem Hügel dahinter thront die Gloriette, ein klassizistisches Triumphbogen-Denkmal mit herrlichem Blick über Wien.

Schönbrunn ist untrennbar mit der Habsburgergeschichte verbunden: Hier spielte der sechsjährige Wolfgang Amadeus Mozart 1762 vor dem Kaiserhof. Kaiser Franz Joseph wurde 1830 hier geboren und starb 1916 in denselben Mauern. Der Eintritt für die Grand Tour beträgt rund 32 Euro für Erwachsene; Parkanlage und Gärten sind ganzjährig und kostenfrei zugänglich. Das Schloss ist UNESCO-Welterbe.

4. Hofburg (Wien)

Kein anderes Bauwerk verkörpert die habsburgische Kaiserherrlichkeit so unmittelbar wie die Hofburg im Zentrum Wiens. Seit dem 13. Jahrhundert Residenz der Habsburger, wuchs sie über die Jahrhunderte zu einem Palastkomplex von rund 240.000 Quadratmetern — einer eigenständigen Stadt in der Stadt.

Die wichtigsten Besuchsziele innerhalb der Anlage sind die Kaiserappartements mit dem Sisi Museum, das ein differenziertes Bild der Kaiserin Elisabeth zeichnet, sowie die Schatzkammer (Kaiserliche Schatzkammer) mit den habsburgischen Kronjuwelen — darunter die Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches und die Heilige Lanze. Der Eintritt zu den Kaiserappartements liegt bei etwa 16 bis 19 Euro für Erwachsene. Die Hofburg ist ganzjährig geöffnet und im Herzen der Wiener Innenstadt zu Fuß erreichbar.

5. Festung Kufstein (Tirol)

Direkt am Ufer des Inn, unmittelbar an der bayerischen Grenze, erhebt sich Kufsteins markantes Wahrzeichen auf einem Granitrücken über dem Fluss. Den heute noch sichtbaren Kaiserturm — 24 Meter im Durchmesser, mit Mauern bis zu 6 Metern Stärke — ließ Kaiser Maximilian I. nach der Einnahme der Festung im Jahr 1504 errichten. Durch seine schiere Steinmasse und die exponierte Lage wirkt er auch heute noch uneinnehmbar.

Ein besonderes Wahrzeichen ist die Heldenorgel: 1931 eingeweiht, erklingt sie täglich um Mittag zum Gedenken an die Kriegsgefallenen und ist weithin durch das Inntal zu hören. Besucher erreichen die Festung per Lift oder über Treppen direkt aus der Altstadt; sie ist ganzjährig zugänglich.

6. Burg Hochosterwitz (Kärnten)

Kaum eine Burg Mitteleuropas bietet einen so theatralischen Aufstieg wie Hochosterwitz. Auf einem freistehenden Dolomitfelsen, der sich 160 Meter über die Kärntner Ebene erhebt, liegt die Anlage wie eine steinerne Krone — von weitem sichtbar, von unten scheinbar uneinnehmbar. Den Weg auf den Gipfel säumen 14 hintereinandergereihte Torbauten, die Georg Khevenhüller zwischen 1570 und 1586 als Reaktion auf die osmanische Bedrohung anlegen ließ. Jedes Tor stellte eine eigenständige Verteidigungsstation dar; die Gesamtlänge des Aufstiegsweges beträgt fast einen Kilometer.

Bis heute befindet sich Hochosterwitz im Besitz der Familie Khevenhüller-Metsch — eine dynastische Kontinuität, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Besucher können den Lift nutzen oder in etwa 20 Minuten zu Fuß durch alle 14 Tore aufsteigen. Geöffnet ist die Burg von April bis Oktober.

7. Schloss Ambras (Tirol, bei Innsbruck)

Oberhalb von Innsbruck liegt Schloss Ambras, das Erzherzog Ferdinand II. ab 1564 zu einem der bedeutendsten Renaissanceschlösser nördlich der Alpen ausbaute. Sein Herzstück ist die umfangreiche Kunstkammer mit Kuriositäten, Porträts und Handwerkskunst aus aller Welt — eine der ältesten und vollständig erhaltenen Kunstkammern der Renaissance überhaupt.

Einzigartig ist auch der Spanische Saal: der älteste noch erhaltene Renaissancesaal nördlich der Alpen, erbaut 1571/1572, mit 27 Wandgemälden habsburgischer Landesfürsten und einer aufwendig kassettierten Holzdecke. Hinzu kommt eine Rüstkammer mit einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Rüstungen. Der Eintritt beträgt rund 16 Euro für Erwachsene; geöffnet ist das Schloss von April bis Oktober sowie im Dezember. Aus dem Innsbrucker Stadtzentrum ist Ambras per Bus bequem erreichbar.

8. Burg Liechtenstein (Niederösterreich, Maria Enzersdorf)

Südlich von Wien, am Rand des Wienerwaldes bei Maria Enzersdorf, liegt der Stammsitz des gleichnamigen Fürstenhauses. Die mittelalterlichen Ursprünge der Anlage reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück; ihren heutigen neugotischen Charakter erhielt die Burg bei einem umfassenden Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Inneren sind Sammlungen mittelalterlicher Waffen und Rüstungen zu besichtigen. Die Burg ist an Wochenenden oder im Rahmen geführter Touren zugänglich und lässt sich gut mit einem Ausflug in den Wienerwald verbinden.

9. Burg Riegersburg (Steiermark)

Im oststeirischen Vulkanland, nahe der slowenischen Grenze, thront Riegersburg auf einem erstarrten Basaltschlot 482 Meter über dem Talboden — eine der imposantesten Naturfestungen Europas. Das Besondere: Sie wurde niemals im Sturm genommen. Ein ausgeklügeltes System aus 17 Toren und mehreren Befestigungsringen machte eine gewaltsame Einnahme praktisch unmöglich.

Untrennbar mit Riegersburg verbunden ist der Name Katharina von Galler, die die Burg im 17. Jahrhundert gegen mehrere osmanische Angriffe verteidigte. Ein eigenes Museum erinnert an die Hexenprozesse, die in der Steiermark wie anderswo in Europa im 17. Jahrhundert Hunderte von Menschen das Leben kosteten. Der Eintritt beträgt rund 13 Euro für Erwachsene; geöffnet ist die Anlage von April bis Oktober.

10. Schloss Schönbühel (Niederösterreich)

Am westlichen Eingang zur Wachau, direkt an der Donau bei Schönbühel-Aggsbach, erhebt sich Schloss Schönbühel auf einem 40 Meter hohen Felsvorsprung über dem Fluss. Mittelalterliche Vorläufer standen hier bereits im 12. Jahrhundert; das heutige Schloss entstand in seiner charakteristischen Form zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Bis heute befindet es sich im Privatbesitz der Familie Windisch-Graetz und ist daher von innen nicht zu besichtigen.

Dennoch gehört Schönbühel zu den bekanntesten Motiven der Donaulandschaft: Wer mit dem Schiff durch die Wachau fährt oder den Donauradweg entlangradelt, kommt direkt am Fuß des Felsens vorbei — die Außenansicht allein lohnt den Halt.

Praktische Hinweise

Hohensalzburg, Schönbrunn, die Hofburg und Kufstein sind ganzjährig geöffnet; die meisten anderen Anlagen empfangen Besucher von April bis Oktober. Für die Wiener Schlösser lohnt sich die Vienna City Card mit ihren Museumsvergünstigungen. Wer mehrere Burgen in Kärnten oder der Steiermark kombiniert, sollte regionale Mehrtagestickets prüfen. Für Hohenwerfen oder Hochosterwitz ist festes Schuhwerk empfehlenswert, da die Aufstiegswege bei Nässe rutschig sein können. Kinder bis etwa 6 Jahren haben vielfach freien Eintritt; die genauen Konditionen variieren je nach Anlage.

Auf der Karte erkunden

Alle genannten Anlagen sind auf der Karte öffnen verzeichnet.